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Ein großer Tag für Klipphausen

Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am 25. Mai der neue Schulkomplex der Evangelischen Oberschule in Ullendorf eingeweiht. Allerdings nur im kleinen Kreis, denn Corona setzte noch ein Stoppzeichen für eine große Eröffnungsfeier, die nun im Herbst folgen soll...

...Ein bewegendes Ereignis für die Schüler und Pädagogen der Evangelischen Oberschule Klipphausen, für die Gemeinde mit Bürgermeister Mirko Knöfel und dem Alt-Bürgermeister Gerold Mann und für den Schulträger, dem Christlichen Schulverein Wilsdruffer Land: Mit einem Weihegottesdienst wurde am Dienstagmorgen, dem 25. Mai, der neue Schulkomplex an der Taubenheimer Straße in Ullendorf feierlich eröffnet. Ein wenig traurig machte es alle, dass wegen Corona nur im kleinen Kreis die Eröffnung Pfarrerstattfinden konnte. Im Zuge des Wechselunterrichts waren nur 75 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis acht, knapp die Hälfte der Schülerzahl, zugegen. „Doch wir werden feiern, wenn das Feiern ohne Ängste und Beschränkungen wieder möglich sein wird“, sagte Schulleiterin Daniela Vogt. Wenn alles klappt, soll dann im Herbst 2021 die große offizielle Eröffnung des knapp 15-Millionen-Euro teuren Schulensembles der Gemeinde mit Schulgebäude, Sporthalle, Kunstrasenplatz und Außenanlagen sein, wo die interessierte Öffentlichkeit sich selbst ein Bild von den modernen Bedingungen für die Gemeinschaft der  Oberschule machen kann. Dann wird sicher auch der Apfelbaum, den mit Gemeinderäte zur Gründung der Evangelischen Oberschule im August 2017 gesponsert hatten, wohl seinen endgültigen Platz im Schulareal erhalten.  

Mit Leben erfüllen

Dieser Dienstagvormittag war dennoch ein sehr gelungener Auftakt der Evangelischen Oberschule Klipphausen, dieses Areal mit Leben zu erfüllen – mit Freude, Verantwortung und Transparenz der Schüler, Pädagogen und Eltern. In diesem Sinne fand Schulleiterin Daniela Vogt treffende Worte: „Die Mehrheit der Möbel sind verteilt und die meisten Kisten entpackt. Und trotzdem ist der Einzug noch nicht beendet. Was fehlt, sind die Dinge und Momente, die dieses Gebäude zu unserer Schule machen. Es gibt Räume im Schulhaus, die durch euer Zutun gestaltet werden wollen. Und der Geist unserer Schulgemeinschaft will in diesem Schulhaus Einzug halten. Er soll bunt sein, Vielfalt und Unterschiedlichkeit einen und in uns Neugier und Anstrengungsbereitschaft für das Gelingen wecken.“

So war dieser Gottesdienst zur Eröffnung schon ein Spiegelbild dessen, wie die Evangelische Oberschule mit der christlichen Wertevermittlung, mit einer zielgerichteten Erziehung und Bildung der Mädchen und Jungen mit neuen und bewährten Lernformen und -methoden ihren Weg gehen will. Die festliche Musik von Kantor Roland Appelt oder die Lieder „Eine Handvoll Erde“ und „Gott baut ein Haus, das lebt“, das Einweihungsgebet und die Widmung von Mathias Tauchert, Pfarrer in Burkhardswalde, die Ansprache vom Röhrsdorfer Pfarrer Christoph Rechenberg, das Fürbittgebet mit Vaterunser oder der Segen für das neue Schulhaus waren da ganz diesem feierlichen Anlass angemessen.

 Der symbolische Schlüssel

Bürgermeister Mirko Knöfel überreichte der Schulgemeinschaft den symbolischen Schlüssel zur EinweihungSchlssel. „Es war für alle ein großer Kraftakt, eine herausfordernde Wegeetappe. Die neue Oberschule ist ein Meilenstein für uns alle“, sagte er. Möglich sei die heutige Einweihung geworden, weil Gemeinderat und -verwaltung im Bunde mit dem Schulträger, dem Christlichen Schulverein Wilsdruffer Land, und weiteren Partnern an einem Strang gezogen haben, weil sie vor Hemmnissen und Schwierigkeiten nicht zurückwichen und beharrlich ihr Ziel verfolgten. „Aus einer Vision wurde Wirklichkeit, weil wir an uns geglaubt haben“, so der Bürgermeister. Er wünschte den Schülern und Pädagogen viel Erfolg in ihrem neuen Haus und dankte auch den Bauleuten für ihr Engagement. In diesem Sinne bekräftigte Pfarrer Christoph Rechenberg die Meinung aller Anwesenden mit den Worten: „Gott sei Dank- es ist geschafft!“ Und an die Schüler gewandt: „Dieses Schulgebäude ist nun für euch ein heimatlicher Ort, ein zweites Zuhause. Diese Schule ist ein Ort zum Wohlfühlen, steht für Offenheit und Transparenz.“

Bald über 200 Schüler

Bis zu den Sommerferien Ende Juli wollen sich Schüler und Lehrer der Evangelischen Oberschule noch gut in ihrem neuen Domizil einrichten. Jetzt sind es 156 Schüler, ab dem neuen Schuljahr im September werden es 208 sein, und zwar dann eine neunte Klasse, eine achte und jeweils zwei siebente, sechste und fünfte Klassen. Schulleiterin Daniela Vogt sprach in diesem Zusammenhang den Eltern und dem Förderverein der Oberschule, aber auch Schülern ein großes Dankeschön aus: Mit Bravour hätten sie in den vergangenen Tagen den Umzug vom Interimsquartier der Oberschule am ehemaligen Bahnhof in Ullendorf gemeistert, tatkräftig mit zugepackt. „Das ist aller Ehren wert, zeugt vom engen Miteinander“, so die Schulleiterin. Auch das Kuchenbüfett zur Einweihung, wofür Eltern leckere Sachen gebacken hatten, kündete davon.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Schüler Besitz von ihrem neuen Domizil ergriffen haben. Jedenfalls war der 25. Mai ja der erste Schultag zum Kennenlernen des neuen Areals. Auch einen Imbiss-Stand gab es im Lichthof, der auch Premiere hatte. „Diesen wird mal eine Schul-AG übernehmen“, sagten Magnus, Angelina und Valentino aus der 8. und Justin aus der Klasse 7, die am Eröffnungstag für die Anwesenden dort schon mal Getränke offerierten. Obst, Brötchen, Kekse, Süßigkeiten, Getränke und anderes werden später hier mal angeboten. Und auch diese Schüler sind begeistert vom neuen Schulhaus. „Viel Licht, schöne Fachkabinette und Marktplätze - eine  tolle Einrichtung“, bemerkte der 14-jährige Magnus aus Weistropp. Für Angelina aus Scharfenberg sei wichtig, dass es hier vielfältige Kontaktmöglichkeiten zu anderen gibt. Auch Justin und Valentino schwärmten von dem großen Bau.

Drei Menüs am Tag

Annett Ulbrich in der Ausgabeküche der Schule freut sich über ihre neuen Arbeitsmöglichkeiten. „Sehr modern, wir haben jetzt auch eine Kartoffelschäl- sowie eine Spülmaschine“, informierte die 37-Jährige aus Ullendorf. Am Eröffnungstag gab es Salami-Pizza sowie Schnitzel Toskana. „Vorerst bieten wir zwei Gerichte an, im neuen Schuljahr werden es drei Menüs sein“, sagte sie. 200 Portionen werden es ab September sein. Die Komponenten für die Gerichte werden von der Firma DLS aus Radeberg geliefert. In der Oberschul-Küche wird dann alles aufbereitet, zusammengestellt und servierfertig gemacht. Salate und Desserts werden hier frisch zubereitet.

Allein neun Fachkabinette

Der Schulbau des Planers Dr. Hauswald aus Meißen spricht an: Eine offene, helle Gestaltung des Schulgebäudes, viel Licht, große Glasfronten, eine originelle Bauweise mit guten Möglichkeiten für Kommunikation und Begegnungen der Schüler und auch individuelles Wirken. Allein neun Fachkabinette gibt es, dazu auch sogenannte Marktplätze zwischen zwei Klassenzimmern zum Entspannen, mit kreativen Betätigungsmöglichkeiten und für das Gespräch miteinander. Gewissermaßen ein Renner sind auch die großen Sitzfenster an den einzelnen Klassenzimmern, die schon am ersten Tag gut frequentiert waren. Der Christliche Schulverein Wilsdruffer Land hatte sich hier bei der Projektplanung mit engagiert eingebracht. „Das Gebäude hat Transparenz. Das wollen wir hier auch leben“, bemerkte Dr. Markert, Geschäftsführer des Christlichen Schulvereins Wilsdruffer Land.

Bei einem Rundgang machten sich die Gäste mit dem neuen Areal vertraut. Manches muss noch in den nächsten Wochen komplettiert werden. Doch schon jetzt ist ersichtlich: Das neue Schulhaus in Ullendorf bietet Super-Bedingungen fürs Lernen und Wohlfühlen im ländlichen Raum. Dr. Markert und Schulleiterin Daniela Vogt gingen bei der Besichtigung der Räume nicht nur auf Ausstattungen ein, sondern verwiesen da auch auf viele interessante Details. In der Mediathek zum Beispiel im zweiten Stock soll das Lesen der Schüler einen großen Stellenwert haben, mit fahrbaren Bücherwänden in der Bibliothek auch als Raumteiler. Imposant die Medienlifte in den naturwissenschaftlichen Fachkabinetten Biologie, Physik und ChemieLabor sowie hier auch die Anlagen fürs Experimentieren. Es gibt auch einen extra Raum als Ladestation für Laptops sowie drei Integrationsräume, wo unter anderem im Sinne der Lernförderung auch verschiedene Gegenstände wie „Wackelhocker“ zur Konzentrationsschulung beitragen sollen. Mehrere Räume haben auch großformatige interaktive Tafeln, die ergänzt werden mit konventionellen Tafeln, wo mit Kreide geschrieben wird. Thomas Hausold, Fachlehrer TC (Technik und Computer) und WTH (Wirtschaft/Technik/Haushalt), zeigte die fünf Fachräume für seinen Unterricht, unter anderem zur

Holz-, Kunststoff- und Metallbearbeitung. Auch der Maschinenraum ist bestens ausgestattet - mit Bohrmaschinen, Schraubstöcken, Schleifbock, Säge und anderen Geräten. In der Lehrküche gibt es vier separate Kochfelder. „Backen, Kochen und Garen, aber auch Tischkultur und anderes wollen wir hier vermitteln“, bemerkte er. Und Dr. Markert ergänzte: „Die Kinder brauchen doch Orte, wo sie praxisnah unterwegs sind, wo sie sich ausprobieren können und wo sie Dinge des Alltagslebens erlernen können.“

Auch einen Raum der Stille gibt es im neuen Domizil, ein Rückzugsort der Besinnung. Die Ortspfarrer Christoph Rechenberg und Mathias Tauchert wollen wie schon in der Vergangenheit der Evangelischen Oberschule auch künftig engagiert zur Seite stehen.

Das Sekretariat der Schule ist ebenfalls modern ausgestattet. Sekretärin Uta Jäger freut sich über die guten Arbeitsbedingungen. Aus dem Fenster hat sie einen guten Blick auf einen Teil des Sportplatzes. „Da kann ich die Tore live erleben“, scherzte sie.

Auch Gerold Mann freut sich

Für den früheren Bürgermeister Gerold Mann war die Einweihung des Schulkomplexes am 25. Mai ein besonderer Tag in seinem Leben. „Wir sind am Ziel angekommen. Ich bin sehr bewegt, was alles geschaffen wurde“, sagte der 67-Jährige. Schulleiterin Daniela Vogt hatte in ihrer Ansprache die Initiatoren der neuen Oberschule, den ehemaligen Bürgermeister Gerold Mann sowie Dr. Achilles Markert als Geschäftsführer des Schulvereins Wilsdruffer Land besonders hervorgehoben: „Sie standen am Anfang des Weges und stehen beide stellvertretend für viele andere aus dem Gemeinderat und dem Schulvorstand, die wussten, dass eine Oberschule für Klipphausen gelingen wird.“ Der jetzige Bürgermeister Mirko Knöfel sei mit seinem Team diesen Weg weitergegangen.

Gerold Mann sah man die Freude darüber an, dass es in der Gemeinde Klipphausen nun so eine supermoderne Oberschule gibt. Schon vor vielen Jahren, als die Oberschulen in Pegenau und Taubenheim geschlossen worden waren, wollte der frühere Bürgermeister wieder eine neue Oberschule ins Leben rufen. Mit Gemeinderäten und später auch dem gebildeten Förderverein blieb er an diesem Ziel beharrlich dran. Gerold Mann: „Der Landkreis Meißen unterstützte uns dabei, änderte extra die Schulnetzplanung und setzte sich mit uns beim Freistaat für den Erhalt von Fördermitteln ein“. Der Alt-BürgermeisterMann ließ sich auch nicht entmutigen, als der einstige Schulstandort nahe der Kreuzung der S 177 in Ullendorf nicht mehr in Frage kam und binnen kurzer Zeit ein Ausweich gefunden werden musste. „Es war ein schwieriger Weg. Wir waren sehr froh, dass wir im Schulträger, dem Christlichen Schulverein Wilsdruffer Land, einen Partner gefunden haben, der uns aktiv zur Seite stand. So wurde es uns möglich, die neue Schule zu bauen und auch die schwierige Frage der Finanzierung zu meistern“, bemerkte Gerold Mann.

Eigenes Profil erarbeitet

An diesem Tag der Einweihung werden sich einige Bürger von Klipphausen sicher fragen, was kann, was will die Evangelische Oberschule Klipphausen. Noch dazu ein paar Worte. So ist diese erst einmal an staatliche Vorgaben gebunden, es gibt die sächsischen Lehrpläne, allgemeingültige Bildungsinhalte und -ziele, Leistungskontrollen und Zensuren. Doch was die Ausgestaltung der Lehrpläne betrifft, das Miteinander der Schüler, das Vermitteln von gesellschaftlich relevanten Grundeinstellungen und Werten, was das selbständige Arbeiten der Schüler für ein anwendungsbereites Wissen und gute Fertigkeiten angeht, was offene Lernformen anbelangt oder die gezielte Förderung der individuellen Interessen der Schüler – da hat sich die Evangelische Oberschule Klipphausen ein eigenes Profil erarbeitet. Die Kinder und Jugendlichen sollen gut auf das Leben vorbereitet werden, damit sie in ihrem Auftreten mit einer soliden Bildung und ethischen Werten unsere Gesellschaft voranbringen und selbstbewusst ihren Lebensweg gestalten können. Diese neue Bildungseinrichtung in der Gemeinde ist deshalb keine Konkurrenz für die staatlichen Schulen, aber eine willkommene Bereicherung in der Schullandschaft, eine staatlich anerkannte Ersatzschule, eine Ganztagsschule, wo dem Gemeinschaftsgedanken viel Raum gegeben wird. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes übernimmt die neue Oberschule Verantwortung bei allgemein öffentlichen Bildungsaufgaben. Diese allgemeinbildende Oberschule ist offen für Kinder aus konfessionellen und nichtkonfessionellen Elternhäusern. Mit dem neuen Schulensemble in Ullendorf hat die Evangelische Oberschule nun noch bessere Bedingungen.

 

 

 MdelsSchler

 

Text und Fotos: Dieter Hanke,28.05.2021