Mehr Platz und auch viel Licht

36 Kinder der Tagesstätte „Regenbogen“ in Sachsdorf sind jetzt in eine Containeranlage gezogen, weil ihre bisherigen Räume durch einen Wasserschaden saniert werden...


Es kommt wieder einmal anders, als vorher gedacht. Etliche Eltern, deren Kinder in der Igel- und Teddygruppe in der Sachsdorfer Kindertagesstätte „Regenbogen“ betreut werden, waren skeptisch, als aus Ausweichquartier während der Bauarbeiten zur Behebung eines Wasserschadens in der Einrichtung Container vorgeschlagen wurden. Kinder in solche Unterkünfte unterzubringen, sei nicht gerade die beste Lösung, meinten sie. Doch mittlerweile hat sich bei nicht wenigen Eltern deren Meinung relativiert. Denn das Ganze ist nun viel Erfreulicher.


Seit dem 13. Juli spielen und schlafen die insgesamt 36 KinderKinder in der einstöckigen Containeranlage, die auf dem Hof der nahen Grundschule aufgestellt worden ist. Es gibt dort zwei Gruppenräume, einen Sanitärtrakt, einen Personalraum und einen vorgelagerten Flur. „Es stellte sich heraus, dass die Mädchen und Jungen im neuen Gruppenraum bedeutend mehr Platz haben als im angestammten Quartier. Dazu viel Licht durch mehrere Fenster, sauber und gediegen die Ausstattung. Es ist eine gute Alternative“, sagte Manuela Köpke, Erzieherin in der Teddygruppe, zu der 18 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren gehören.


Den Mädchen und Jungen wurde der Umzug in die Container auch dadurch erleichtert, dass Kaufmannsladen, Ritterburg, Kinderküche, Bauernhof und noch viele weitere Spielsachen und vertraute und beliebte Einrichtungsgegenstände in die neue Interimsunterkunft mitgenommen worden sind. „Es ist hier behaglich, die Kinder fühlen sich wohl und schlafen auch besser in dem größeren Raum“ sagte die erfahrene Erzieherin, die seit 2002 in der Sachsdorfer Einrichtung arbeitet. Jeweils vier Container wurden zu einem großen Gruppenraum zusammengefasst, dazu jeweils ein Container für den Personal- und den Sanitärtrakt und fünf für den Flur. Die Unterkünfte hat die Firma Mobilconcept GmbH aus Dresden bereitgestellt. Der Bauhof der Gemeinde und die Firma Warmbold Energie und Klima GmbH aus dem Gewerbegebiet Klipphausen kümmerten sich um den Anschluss von Versorgungsleitungen.


Magneten müssen herhalten


Manches ist natürlich in der Containeranlage etwas gewöhnungsbedürftig. Schrauben und Haken an den Wänden dürfen nicht mit Bohrungen angebracht werden. Für die Zeichnungen und andere Dinge müssen Magneten herhalten. „Und es schallt sehr in der neuen Unterkunft. Da steigt mitunter der Lärmpegel an“, sagte Manuela Köpke. Aber das wäre schon auszuhalten. „Wichtig ist doch, dass es den Kindern hier gut geht“, sagte sie. Und bei der Stippvisite des Amtsblattes in der Containeranlage riefen die Kinder bei der Frage, ob es ihnen hier gefällt, lauthals: „Ja!“


Auch im anderen Gruppenraum, wo die Igelgruppe (18 Mädchen und Jungen) ihr Domizil hat, gefällt es dort den vierjährigen Kindern. Ebenfalls wird genannt: Mehr Platz, sehr hell. Zur Toilette sei es auch nicht mehr so weit. Erzieher Stanley Rost, der seit 2015 in der Einrichtung tätig ist, meinte: „Die Kinder haben das Ganze gut weggesteckt.“


Die Widrigkeiten meistern


Auch die langjährige Leiterin der Kindertagesstätte Ramona Kammler Ramonaist froh, dass die Container-Lösung gut angenommen wurde. „Die Widrigkeiten, die mit dem Wasserschaden auf die Einrichtung zugekommen sind, werden wir schon packen“, meinte sie. Und dabei weiß sie das Engagement und die Einsicht ihres Teams an ihrer Seite. 22 Erzieherinnen und zwei Erzieher gehören dazu. Insgesamt werden hier 301 Kinder betreut, davon 23 in der Krippe, 118 im Kindergarten und 160 im Hort. „Ich freue mich sehr, dass die Mitarbeiter der Tagesstätte so tüchtig mit Hand anlegen, um die Probleme zu meistern“, bemerkte sie. Ob nun das Ausräumen der schadhaften Räume, der Umzug in die Containeranlage, ob die Beengtheit in der Einrichtung oder Lärm durch Bauarbeiten und neue logistische Herausforderungen, zum Beispiel bei der Essensversorgung der Kinder in der Containeranlage - die 22 Erzieherinnen  und zwei Erzieher sowie weiteren Beschäftigten wollen sich durch die missliche Lage nicht unterkriegen lassen.


Leck in der Abflussleitung


Im Sommer 2020 war ein Wasserschaden im Bad der Igel- und Teddygruppe festgestellt worden. Aus der Abflussleitung eines Waschbeckens hinter dem Vorbau trat durch ein Leck Wasser offenbar über einen längeren Zeitraum aus. Auch in Richtung des angrenzenden Gruppenraumes war Wasser unter dem Estrich geflossen.


Im weiteren Verlauf wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um Gefährdungen für Kinder und Personal zu vermeiden. Das Bad wurde geschlossen. In den Räumen erfolgten Feuchtigkeitsmessungen. Ein Baubiologe untersuchte, inwieweit die Räume schadstoffbelastet sind. Im Bad war ein Schimmelbefall festgestellt worden. Der Gruppenraum wurde mehrfach gesäubert, die Atemluft gereinigt. Regelmäßig erfolgten zur Überwachung Messungen auf Schimmelbelastung in der Einrichtung.


Den Baubereich abgegrenzt


Die Bauarbeiten zur Sanierung haben jetzt in der Sachsdorfer Kita begonnen. Der Baubereich wurde umfassend abgegrenzt, um Gefährdungen für Kinder und Personal auszuschließen. Ein Sachverständiger überwacht das Ganze. Die Gemeinde hat zwei Bauabschnitte festgelegt. Zunächst werden der Sanitärraum, wo der Hauptschaden eingetreten ist, der Flur und ein angrenzender Gruppenraum erneuert. Im zweiten Bauabschnitt sind dann weitere Räume an der Reihe. „Wir hoffen, dass bis Jahresende alles behoben ist“, sagte der Bauamtsleiter der Gemeinde Michael Hegenbart. Das hänge aber auch davon ab, ob bei der Sanierung unvorhergesehen Dinge Stanleyauftreten, ob sich beim Rückbau herausstellt, dass der Schadensumfang größer als angenommen sei. Der Aufwand ist enorm: So muss im Bad der Fußboden erneuert werden, gleichfalls Dämmung, Wände und technische Anlagen. Auch in den anderen Räumen sind die Sanierungen umfangreich.


Die Firma Bautrocknung Schmittgall GmbH aus Dresden als Hauptauftragnehmer wird sich gemeinsam mit der Firma PB Hochbau GmbH aus Radeburg um den Rückbau der schadhaften Bereiche und um den Neubau der baulichen Anlagen kümmern. Das Klipphausener Unternehmen Klaus-Peter Vogt für Heizungs- und Sanitärtechnik erneuert die technischen Ausrüstungen. „Wir wissen, dass es sich hier um Bauarbeiten in einem sensiblen Bereich, in einer Kindertagesstätte handelt. Wir wollen deshalb mit deren Mitarbeitern sowie der Gemeindeverwaltung eng zusammenarbeiten, um für alle die Belastungen in Grenzen zu halten“, sagte Frank Pohle, Geschäftsführer der PB Hochbau GmbH. Und Maurer Ralf Wetzig aus diesem Unternehmen, der hier Vorarbeiter wird, meinte: „An erster Stelle steht die Sicherheit der Kinder und des Personals.“ 

 Die Versicherung des Kommunalen Schadensausgleichs hat zwar den Schaden in der Sachsdorfer Kita Auengelndeanerkannt und wird diesen regulieren. Neben dem erheblichen organisatorischen Aufwand für die Behebung dieses Zustandes kommen aber auch auf die Gemeinde beträchtliche finanzielle Aufwendungen zu.


Text und Fotos Dieter Hanke, 19.08.2021

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