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Neues Oberschulzentrum festlich eingeweiht

Viele Ehrengäste kamen. Dank an Bauschaffende und Gemeinde. Auch Zweifeld-Sporthalle und Kunstrasenplatz geweiht. Zahlreiche Besucher am Nachmittag beim Tag der offenen Tür in der neuen Einrichtung...

Ein großer Tag für die Gemeinde Klipphausen: Mit einer festlichen Veranstaltung wurde am Sonnabend, den 25. September, das neue Oberschulzentrum der Gemeinde an der Taubenheimer Straße in Ullendorf offiziell eingeweiht. Das knapp 15 Millionen Euro teure Schulensemble mit Schulgebäude, Zweifeld-Sporthalle, Kunstrasensportplatz und Außenanlagen, das modernste Bedingungen für die Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen bietet, wurde seiner Bestimmung übergeben. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz sagte zur Einweihung: „Der Bau dieser Oberschule der Gemeinde ist ein Beispiel dafür im Freistaat Sachsen, wie in enger Gemeinsamkeit Gemeinderat und Verwaltung beharrlich ihr Ziel verfolgten, mit Mut und Engagement Schwierigkeiten überwanden und  nach Lösungen suchten, um eine neue moderne Bildungsstätte für Kinder und Jugendliche auf dem Lande zu schaffen. Das verdient hohe Anerkennung. Das Land Sachsen hat deshalb auch mit Fördermitteln dieses Vorgehen der Gemeinde unterstützt.“

Dass diese supermoderne Investition der Gemeinde Klipphausen im lebhaften Gespräch ist und großen Zuspruch findet, zeigte auch die große Anteilnahme zur Einweihung. Neben dem Kultusminister waren der Meißner Landrat Ralf Hänsel, der Superintendent des evangelischen Kirchenbezirks Meißen-Großenhain Andreas Beuchel, die Landtagsabgeordnete Daniele Kuge und der Meißner OB Olaf Raschke sowie Gemeinderäte, Bauleute und weitere Bürger zugegen, die sich engagiert, um die Schaffung dieser neuen Bildungsstätte verdient gemacht hatten. Die Evangelische Oberschule Klipphausen, die seit Mai 2021 hier eingezogen ist und dieses neue Domizil nutzt, hatte zusammen mit dem Förderverein mit viel Liebe und Elan dieses festliche Ereignis mit ausgestaltet, wo auch nach den Einweihungsfeierlichkeiten Einwohner am Nachmittag bei einem Tag der offenen Tür Gelegenheit hatten, Fachkabinette, Marktplätze, Klassenzimmer, Sportplatz, Zweifeld-Sporthalle und anderes in Augenschein zu nehmen.

Derzeit über 200 Schüler

Der Lichthof des neuen Schulgebäudes war zur Eröffnung mit Gästen vollbesetzt. Auch Schüler der Einrichtung verfolgten auf der ersten Etage den Verlauf. Insgesamt lernen hier an der Evangelischen Oberschule derzeit 209 Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufen fünf bis neun. 52 Kinder sind in diesem Schuljahr neu hinzugekommen.

Kultusminister Christian Piwarz sagte unter anderem zur Eröffnung, dass diese Schule ein Ort des Lernens und gemeinschaftlichen Erlebens und Miteinanders sei, ein Ort der Begegnung, des sich Ausprobierens der Schüler, um später im Leben gut Fuß zu fassen. Er dankte dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung und besonders auch dem früheren Bürgermeister Gerold Mann für ihren Mut, Standhaftigkeit und Beharrlichkeit, um eine solche Bildungsstätte in der Gemeinde zu schaffen. „Ich war schon bei der Grundsteinlegung dieser Oberschule mit dabei. Es ist schon beeindruckend zu sehen, was hier alles geschaffen wurde“, sagte er und wünschte dem Team der Evangelischen Oberschule um Schulleiterin Daniela Vogt viel Erfolg bei ihrer Arbeit. 

Gemeinde nutzte Chance

Zuvor hatte Bürgermeister Mirko Knöfel in seiner Ansprache den langen Weg der Gemeinde in den vergangenen 20 Jahren skizziert, um die Bildungslandschaft auf dem Lande mit dem Bau einer neuen Oberschule zu bereichern. „Wir haben die Chance genutzt und uns auch durch Schwierigkeiten und Rückschläge nicht entmutigen lassen“, sagte er. Die Gemeinde sei erfolgreich in diesem Bemühen gewesen, weil der Gedanke der Gemeinsamkeit bei diesem Projekt ausschlaggebend gewesen sei. Der Bürgermeister schlug den Bogen von der Schließung der einstigen Oberschule in Pegenau, dem Suchen nach einem geeigneten Standort für eine neue Einrichtung, den Initiativen des Fördervereins und weiterer Bürger für eine neue Oberschule bis zur Unterstützung von Behörden und weiteren Helfern auf diesem Weg. In diesem Sinne dankte er auch dem früheren Landrat des Kreises Meißen Arndt Steinbach und dem Schulamt des Landkreises für ihre tatkräftige Mitwirkung. „Das hat uns sehr geholfen“, sagte er, „und wir waren sehr froh, im Christlichen Schulverein Wilsdruffer Land einen engagierten Partner als Schulträger gefunden zu haben, der mit uns diese Vision elanvoll verwirklicht“, so Mirko Knöfel. Die Gemeinde sei mit diesem Vorhaben ein hohes Risiko eingegangen, denn beim Baubeginn vor gut zwei Jahren standen Fördermittel vom Freistaat noch nicht zur Verfügung. „Dass diese später kamen, war für uns eine große Erleichterung. Dank dafür dem Kultusministerium, das damit unsere Bemühungen für eine neue Oberschule wirkungsvoll unterstützte“, bemerkte der Bürgermeister.

Dank an Verwaltungsmitarbeiter

Gemeinsam handeln, bei diesem Vorhaben eng zusammenstehen und unbeirrt das Ziel verfolgen – diese Gedanken als Leitmotiv der Gemeinde stand auch in den Ansprachen der weiteren Redner zur Eröffnung der Oberschule im Mittelpunkt, so von Landrat Ralf Hänsel und dem Superintendenten des evangelischen Kirchenbezirks Meißen-Großenhain Andreas Beuchel. Dr. Markert, Geschäftsführer der Stiftung Evangelische Schule in Gemeinschaft (vormals Christlicher Schulverein Wilsdruffer Land), hob unter anderem hervor, dass mit der Gemeinde Hand in Hand das Projekt verwirklicht wurde und auch ihre Vorschläge beim Bau des Schulhauses Berücksichtigung fanden. Mit der Gründung der Evangelischen Oberschule im Jahr 2017 sei man erfolgreich auf diesem Weg vorangekommen. Nach Interims-Quartieren in der Naustädter Grundschule sowie in den Unterkünften in Ullendorf würde jetzt die Stiftung als Mieter des neuen Schulkomplexes an der Taubenheimer Straße vortreffliche Bedingungen für die Schüler haben. Insgesamt lernen 644 Mädchen und Jungen in den drei evangelischen Einrichtungen der Stiftung, und zwar in der Grundschule Grumbach, dem Gymnasium in Tharandt und in der Oberschule in Ullendorf. Schulleiterin Daniel Vogt knüpfte hier an und verwies darauf, dass man sich schon gut in der neuen Einrichtung eingelebt habe und erfolgreich Lernen und Leben in Gemeinschaft praktiziere, bei der christlichen Wertevermittlung und bei neuen und bewährten Lernformen und -methoden.

Viel Beifall für seine Rede bekam auch Gerold Mann (67), der als ehemaliger Bürgermeister der Ideengeber und Hauptinitiator für die neue Oberschule war. Seine Worte „Ohne die tatkräftige Unterstützung der Verwaltungsmitarbeiter der Gemeinde hätten wir dieses Vorhaben nicht verwirklichen können“ fanden die ungeteilte Zustimmung der Anwesenden.

Schlüsselübergabe und Weihe

Ein weiterer Höhepunkt zur Eröffnung war die symbolische Schlüsselübergabe. Der Meißner Chefarchitekt für den Schulkomplex, Dr. Hauswald, der ebenfalls das enge Miteinander von Bauschaffenden und Gemeinde lobte, übergab den großen Schlüssel an die Nutzer der Einrichtung. Und bewegend war auch, als die Pfarrer Christoph Rechenberg und Christian Bernhardt die Zweifeld-Sporthalle und den Kunstrasensportplatz weihten. Dem feierlichen Anlass angemessen waren ebenfalls die musikalischen Darbietungen. Die 14-jährige Angelina Fechter aus der 9. Klasse, die in Scharfenberg wohnt und auch die Musikschule in Meißen besucht, spielte auf dem Saxophon das Stück „Across The Stars“ und dann noch gemeinsam mit der Religionslehrerin Manuela Weinhold, gleichfalls mit dem Saxophon, ein weiteres Lied. Die Feuerwehr von Taubenheim gratulierte ebenfalls und übergab der Schule eine große Hortensie und ein Erinnerungspräsent.

Gespräche und Führungen

Nach der festlichen Eröffnungszeremonie gab es noch angeregte Gespräche der Gäste untereinander und Führungen in Schulhaus und Sporthalle. Einhellige Meinung: Ein supermoderner Schulkomplex. Die Gemeinde hat etwas Großartiges geschaffen. Dafür ein Dankeschön.

Die Familie Schmick aus Ullendorf hat zum Beispiel drei Hektar Land als Teilfläche für das neue Schulensemble an die Gemeinde verkauft. „Natürlich hätten wir als Landwirte gern diesen Boden weiter für den Anbau genutzt. Doch eine neue Oberschule in der Region ist sehr wichtig. Wenn ich heute sehe, welch moderner Bau dort entstanden ist und die Schüler sehr gute Bedingungen haben, sind wir bestärkt in unserer Entscheidung, damit für die Allgemeinheit etwas getan zu haben“, sagte Marlene Schmick. Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke lobte die Gemeinsamkeit mit der Nachbarkommune Klipphausen. „Wir ziehen doch auch in Sachen Bildung der Kinder an einem Strang. Deshalb freuen wir uns auch, dass in der Gemeinde eine solche neue Bildungsstätte entstanden ist.“

Die Schüler der Oberschule gaben den Anwesenden ausführlich Auskunft. „Hier ist es sehr hell, eine schöne Ausgestaltung, die Fachkabinette und die Mensa gefallen mir besonders“, bemerkte die 15-jährige Anna Schulze aus Röhrsdorf. Lilly-Marie Foerster, 8. Klasse, aus Robschütz und Jette Jander (15), 9. Klasse, aus Scharfenberg, sind vor allem von den gut ausgestatteten Fachkabinetten und den Marktplätzen der Schüler angetan. „In der Schule geht es auch sehr familiär zu, wir sind eine enge Gemeinschaft“, sagten sie. Und der Klipphausener Gemeinderat Klaus Peter Vogt freute sich ebenfalls. „Weil wir als Gemeinderat dieses Vorhaben Schule zu unserer Sache gemacht hatten, weil wir es gemeinsam anpackten und auch bei Schwierigkeiten zueinander standen und optimistisch waren, haben wir Erfolg gehabt. Es wäre schön, auch künftig so zu denken und zu handeln.“

Unterwegs als Lotsen

Oberschüler waren am Nachmittag beim Tag der offenen Tür als Schulhaus-Lotsen unterwegs, um den Besuchern ihre neue Einrichtung zu zeigen. „Das hat Spaß gemacht“, bemerkte Charly Lehmann aus Scharfenberg, der in der 9. Klasse lernt. Er informierte die Gäste zum Beispiel auch, wie die Lehrküche ausgestattet ist. Auch der Schulsanitätsdienst mit Übungen und die Feuerwehren Sora und Taubenheim gestalteten mit das Rahmenprogramm an diesem Tag, der zahlreichen Bürgern der Gemeinde viele Erlebnisse brachte. Auch Rosemarie (79) und Klaus Hessel (84) aus Miltitz waren nach Ullendorf gekommen und schauten sich den Schulkomplex an. „Es ist für uns beeindruckend, was hier alles entstanden ist. Eine wunderschöne Schule, beste Lernbedingungen für die Kinder. Der Gemeinde sagen wir dafür ein großes Dankeschön.“

Text und Fotos Dieter Hanke, 14.10.2021