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Tour durch das WIlde Saubachtal

Diese beliebte Wanderroute führt durch das bekannteste Tal der Linkselbischen Täler. Von Gauernitz bis Wilsdruff sind es 9 km deren Verlauf mit grünen und dann gelben Strich als Markierung geleitet wird. Zugleich ist sie die Pilgerroute des Sächsischen Jacobsweges von Königsbrück nach Wilsdruff. Der Einstieg, Ausstieg oder Rückweg der Route ist frei wählbar.

Die Wilde Sau ist ein Gewässer, dass durch Wilsdruff führt und in die Elbe bei Neu-Gauernitz mündet. Der Name hat wohl nichts mit dem Wildschwein zu tun, obwohl eine Sauengruppe, ein Wasserspiel auf dem Wilsdruffer Markt daran erinnert. Es soll (slaw.) ‚Zawal‘, die sich schlammig ‚Hinwälzende‘ bedeuten also ein gelegentlicher Sturzbach. Aber auch der Bezug als Grenzgewässer der Slawengaue ist naheliegend. Entlang des Gewässers führt der Wanderweg auf Wirtschaftswegen und Pfaden durch eine interessante Kulturlandschaft und im Mittelteil durch einer wild-romantische Kulisse inmitten von Weideflächen, Wäldern, Blocksteinhalden und Nebenschluchten. Die Entstehung verdankt dies dem Gestein im Untergrund - Monzonit, ein dem Granit verwandtes Gestein. Die große Talausformung wird auf den Verlauf der Urweißeritz zurückgeführt bzw. auf starke Schmelzwasserabflüsse nach der Eiszeit. Das Bachufer säumen uferbegleitende Gehölze (Erlen, Eschen). In Nähe der Orte sind Streuobstbestände noch weit verbreitet, was insbesondere in der Zeit der Baumblüte die Wanderung zu einem besonderen Genuss werden lässt. Die Hangwälder sind Traubeneichen-Buchen-Laubmischwald-gesellschaften. Einzelne Flächen und Bäume haben durch Sturm und weitere Schadwirkungen gelitten. Botanisch gilt das Saubachtal als interessant und abwechslungsreich. Die Bodenflora ist reichhaltig, sie ist submontan. Farne, Hainsimsen, Silberblatt, Waldbingelkraut, Salomonsiegel, Maiglöckchen und andere Pflanzen sind zu finden. An den offenen Hängen sind wärmeliebende Arten verbreitet. Die vielfältige Vegetation, Vogelwelt, Insektenfauna, Wild haben im Tal und Randlagen einen hochwertigen, geschützten Lebensraum.

Der kühle Saubach ist ein schnellfliessendes Salmoniden-gewässer. Bei Constappel nimmt die ‚Wilde Sau‘ dort 2 Nebengewässer ‚Prinzbach‘ und ‚Regenbach‘ auf und trägt das Wasser im ausgebauten Bachbett bis in die Elbe. Unterhalb von Wilsdruff (dort ist auch ein Pegelstandort) ist es ein Gewässer I. Ordnung.

Ausgangspunkt dieser Beschreibung ist der Parkplatz an der B6 in Neugauernitz am Fährweg bzw. der Anlegestelle der Fährverbindung von Coswig. Zunächst führt die Route entlang der Elbe auf dem Radweg (Vorsicht) und dann an der Wilden Sau entlang durch den Ort Neugauernitz. Auf einer alten engen Gasse geht es bis Constappel, wo ein Abstecher zur St.Nikolaikirche (einer ehemaligen Wallfahrtskirche) über einen steilen Hohlweg möglich ist. Nach Übergang über die Wilde Sau schwenkt der Weg in das natürlich erhaltene Tal der Wilden Sau und führt nunmehr zugleich auf dem Jacobsweg. Der Kontrast im Tal von Weidegrün, dem Hang-wald, dem gehölzbestandenen Ufersaum am geröllreichen Bach und hoffentlich blauem Himmel begeistert. Später erinnert ein Denkmal an einen im 1. Weltkrieg gefallenen Kleinschönberger Bauernsohn. Der steinige Pfad, ein Auf und Ab, führt nun in das Kerbtal, ein Blocksteinmeer entlang des Fußes vom Schlossberg (Sperrfeste, sogenanntes Raubschloss um 1200) und zum Übergang über eine Kunststoffbrücke. Zwei stattliche Rotbuchen empfangen den Wanderer in einer geschichtlich interessanten Gegend mit natürlicher Eigenart. Die Neudeckmühle ist eine beliebte Ausflugsgaststätte und Wegverzweigungspunkt (mögliche Rückroute ab hier über Kleinschönberg). Ab hier geht es auf dem gelben Strich (von Röhrsdorf kommend) weiter. Ein Abstecher zum Betstein und Bischofskanzel (Monzonitklippe) ist möglich.

Die Fortsetzung des Weges erfolgt zunächst auf Straße und Radweg ‚Meißner 8‘. Die guten Gefälleverhältnisse nutzten weitere Mühlen wie die erhaltene Schlossmühle und Lehmannmühle, an denen der Wanderweg vorbeiführt. Letztere ist ein malerisches Anwesen und technisches Denkmal mit der Jahreszahl 1704. Bei Erreichung des nächsten Wanderparkplatzes ist ein Besuch des Schlosses Klipphausen empfehlenswert. Der Schlosshof mit Fach-werkübergang zum Pächterhaus, Trogbrunnen, dahinter der neugestaltete Park mit Wasserspielplatz und in Sichtweite das Brauhaus und der große Dorfteich laden ein zum Verweilen, Bänke sind vorhanden. Eine Infotafel am Parkplatz informiert auch über den Literarischen Wanderweg, der den hiesigen Dichter Wulf Kirsten ehrt. Auf diesem thematischen Weg kann eine Rückroute nach Röhrsdorf und wieder zurück über die Harthaer Straße bzw. Regenbachtal erfolgen.

Der letzte Abschnitt des Wanderwegs führt vorbei an der Regermühle durch die Autobahnbrücke bis zum Ortseingang von Wilsdruff am Einkaufsareal. Bis zum Markplatz mit dem Wasserspiel der Wildsäue, dass auf den Saubach Bezug nimmt, sind es 700m auf Ortsstraßen.

Flyer zum Ausdrucken