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Robschütz

Erstmals erwähnt: 1228
Eingemeindet: 1950

Der Ortsteil Robschütz gliedert sich in Altrobschütz und Neurobschütz. Die Gutssiedlung Altrobschütz mit ihrem großen Rittergutshof befindet sich im Tal der Triebisch. Außerhalb der beiden Dorfkerne herrscht ein Kleinsiedlungscharakter vor.

Erstmals erwähnt wurde der Ortsname Robschütz 1228 als Bestandteil des Personennamens „Volcwinus de Robatsitz“, weshalb anzunehmen ist, dass damals in Robschütz ein Herrensitz bestand.

In Robschütz befinden sich auf dem Burgberg, einem Felssporn „Am Burgser“, Reste einer früh- und hochmittelalterlichen Wallburg, die bis ins 12. Jahrhundert bestand und mit einer größeren Anlage auf dem gegenüber auf der anderen Talseite liegenden Jockischberg bei Kettewitz in Verbindung steht. Die wenigen, auf dem Abschnittswall gemachten slawischen Keramikfunde gehen bis ins 10. Jahrhundert zurück, gingen aber verloren. Wall- und Grabenreste von der Schanze blieben erhalten. Es handelte sich um eine Holz-Erde-Konstruktion mit äußerer steinerner Blendmauer. Der Zugang erfolgte über die sich westlich anschließende Hochfläche. Der Durchmesser der geschützten Anlage beträgt höchstens 65 Meter, die größte Wallhöhe 10 Meter.

Robschütz liegt in einem alten Bergbaugebiet; in naher Umgebung befinden sich unter anderem die Garsebacher Schweiz als weltgrößtes Pechsteinvorkommen, die Kalkwerke Miltitz und Groitzsch, die Silbererzstollen bei Munzig und Weitzschen sowie das Mundloch des Rothschönberger Stolln. Nach der Eröffnung der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig 1868 siedelte sich zunehmend mittelständische Industrie an. Wichtigstes Beispiel ist eine 1870 errichtete Papierfabrik im Triebischtal. Sie wurde 1873 wesentlich erweitert und dehnte sich auch auf die benachbarte Eulitzmühle aus, deren Wasserkraftanlagen sie für die eigene Energieversorgung nutzte.

In Robschütz überquerte die Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz auf einem am 1. Oktober 1909 eingeweihten Viadukt das Triebischtal. Der Streckenverlauf in diesem Bereich beschrieb bei leichter Steigung eine Kurve. Erhalten blieben bis heute die meisten Brückenpfeiler.