^ Nach oben

Taubenheim

Erstmals erwähnt: 1186
Eingemeindet: 2012

 

Taubenheim gehört zu den wenigen Orten, die auf eine Urkunde aus dem Jahrhundert ihrer Entstehung verweisen können, die einen Einblick in das Leben zu dieser Zeit gestattet. Erstmals erwähnt wurde der Ortsname 1186 mit der Nennung eines „Adelbertus de Duvenheim“. Der Ortsname leitet sich ab von den Tauben und beschreibt einen Wohnplatz, an dem sich diese Vögel aufhielten. Gegründet wurde Taubenheim vermutlich von fränkischen Ostsiedlern. Dafür sprechen seine Anlage als Waldhufendorf und der Ortsname, wobei das Dorf an einer historischen Siedlungsgrenze liegt.

 

Mit der 1786 erwähnten Ober- und der Niedermühle waren auch zwei Wassermühlen in Betrieb, im Pfarrbusch bei Taubenheim wurde in früheren Jahrhunderten mit mäßigem Erfolg nach Silber geschürft. Im Ort befand sich wahrscheinlich schon zur Zeit seiner Ersterwähnung eine Pfarrkirche. Im Jahre 1943 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Taubenheim. Von 1990 bis 1998 befand sich in Taubenheim der Firmensitz der Möbelwelt Zick, die als einer der größten ostdeutschen Möbeleinzelhändler galt. Die örtliche Mittelschule schloss 2006 wegen Schülermangels.

Schloss und Rittergut

Das Taubenheimer Schloss befindet sich im Ortszentrum auf einer Felskuppe über der Kleinen Triebisch. Im Inneren befinden sich mehrere Räume mit historischen Parkettböden, bemalten Holzkassettendecken und einem Meißner Kachelofen. Zur Schlossanlage gehören ein zweistöckiges klassizistisches Gartenhaus und das Torhaus. Im Schlosspark stehen Sandsteinskulpturen und fremdländische Gehölze. Das Schloss entstand um 1600. Das Schloss war der Mittelpunkt des altschriftsässigen Ritterguts Taubenheim, das unter anderem 1551 erwähnt wurde. Nach 1945 war das Schloss zunächst Landschulheim, später TBC-Kurheim und seit 1974 Pflegeheim. Es ist nicht öffentlich zugänglich. 

Kirche

Knapp 100 Meter östlich des Schlosses steht die Dorfkirche. Ihre Grundmauern entstammen dem 13. Jahrhundert. Bis heute in Betrieb ist die mechanische Turmuhr von 1787. Kassettendecke, Taufstein, Kanzel und Altar wurden ab 1992 restauriert. Die Kirche untersteht heute dem Pfarramt Burkhardswalde-Tanneberg, zur Gemeinde gehören sechs umliegende Orte.

Quelle: Historischer Wanderleitfaden - Durch die linkselbischen Täler zwischen Dresden und Meißen