Projektinhalt

Die Gemeinde Klipphausen hat 2026 ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeiten lassen. Ziel war es, die Ausgangssituation der Gemeinde systematisch zu erfassen und einen belastbaren Handlungsrahmen für die künftige kommunale Klimaschutzarbeit zu schaffen. Bearbeitet wurden insbesondere die Energie- und Treibhausgasbilanz, Potenziale zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien, die energetische Entwicklung der kommunalen Liegenschaften, Mobilität und Fuhrpark, Klimafolgenanpassung sowie organisatorische und kommunikative Fragen. Ergänzend wurden Entwicklungsszenarien bis 2045 erstellt und Bürgerinnen und Bürger, Gemeinderat, Verwaltung sowie weitere lokale Akteure in den Prozess einbezogen.

Wesentliche Ergebnisse

Für die Jahre 2019, 2022 und 2023 wurde erstmals eine kommunale Energie- und Treibhausgasbilanz nach BISKO-Standard erstellt. Für 2023 weist sie einen Endenergieverbrauch von 819.709 MWh und Treibhausgasemissionen von 271.383 t CO₂-Äquivalenten aus. Gegenüber 2019 ist damit ein Rückgang des Endenergieverbrauchs um 3,89 % und der Emissionen um 0,99 % festzustellen. Der Verkehrssektor bleibt aufgrund der durch das Gemeindegebiet verlaufenden A 4 ein besonders großer Emissionsfaktor.

Die Potenzialanalyse zeigt insbesondere Handlungsmöglichkeiten bei Photovoltaik und weiteren erneuerbaren Energien, bei der energetischen Sanierung und dem Energiemanagement kommunaler Gebäude, bei der Wärmewende sowie bei einer klimafreundlicheren Mobilität. Das Klimaschutzszenario verdeutlicht, dass bei konsequenter Umsetzung entsprechender Maßnahmen bis 2045 eine nahezu treibhausgasneutrale Entwicklung erreichbar ist.

Als Ergebnis wurden ein energie- und klimaschutzpolitisches Leitbild, konkrete Zielstellungen, ein Maßnahmenkatalog in sieben Handlungsfeldern sowie ein Controlling- und Monitoringsystem erarbeitet. Zu den konkreten Zielen zählen unter anderem die vollständige Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED bis 2045, die Senkung des Endenergieverbrauchs der kommunalen Liegenschaften bis 2035 um 10 %, die Deckung von mindestens 95 % des Strombedarfs der kommunalen Liegenschaften aus erneuerbaren Energien bis 2045, eine zu mindestens 95 % erneuerbare Wärmeversorgung dieser Liegenschaften bis 2045 sowie die vollständige Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf alternative Antriebe bis 2045. Der Maßnahmenkatalog bildet damit die Grundlage für die schrittweise Umsetzung und regelmäßige Fortschreibung der kommunalen Klimaschutzarbeit.

Förderinformation

Für die Erstellung des Klimaschutzkonzepts hat die Gemeinde Klipphausen einen Fördermittelbescheid über die Förderrichtlinie Energie und Klima/2023 erhalten. Die Zuwendung wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt. Das Förderprogramm bietet Unterstützung für eine klimaneutrale Wirtschaft, für Investitionen von Kommunen, Vereinen, Forschungseinrichtungen zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Sachsen durch einen Zuschuss.

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