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Bockwen

Kirche in BockwenErstmal erwähnt: 1180
Eingemeindet: 1993

Wissenswertes

Der Ort Bockwen wird erstmals in einer bischöflichen Urkunde vom 24. Juli des Jahres 1180 erwähnt. Ein Ritter namens Martinus de Bukewen bekundet darin mit weiteren Zeugen im Auftrage des Bischofs Martin eine die Georgskirche in Zscheila betreffende Schenkung. Mit den Namen der übrigen weltlichen Zeugen, die wohl allesamt Burgmannen von Meißen waren, werden auch erstmals die Dörfer Muschütz, Daubnitz, Wistauda, Gröbern und Polenz benannt.

Bockwen war nach siedlungskundigen Indizien eine der frühesten Rodungssiedlungen im Gebiet südlich der Burg Meißen. Die Hochfläche zwischen dem Dresdner Elbtalkessel und Meißen war bis ins 12. Jahrhundert hinein mit dichtem Wald bestanden. Rodung und gezielte Siedlungspolitik dürften aber schon vor Beginn der hiesigen deutschen Kolonisation, also noch vor etwa 1150, betrieben worden sein.

OrtsansichtDas Dorf Bockwen war außer dem siedlungsgeschichtlich ältesten zugleich mit seinen frühgenannten 16 Hufen auch eines der größten Dörfer der frühen Zeit in diesem Gebiet. Die Siedlungsform von Bockwen weist auf ein erweitertes Platzdorf hin. Gegenwärtig nicht erklärbar ist die alte Flurstücksbezeichnung "die Burg" für eine Feldfläche am westlichen Ortsrande Bockwens, geschichtliche und archäologische Nachweise fehlen. Die Bezeichnung "der Harthsberg" am südlichen Dorfrande kündet vom ehemaligen Vorhandensein eines dortigen Bergwaldes.

Die Gründung von Bockwen in der Zeit um das Jahr 1100 kann ohne Zweifel auch im Zusammenhang mit der alten Fernstraße gedeutet werden. Die Wilsdruffer Straße war Teil eines uralten völkerverbindenen Fernweges, welcher von Böhmen in Richtung Meißen bis Bautzen zog. 

Mit einer am 28. April 1220 ausgestellten Urkunde bestätigt Markgraf Dietrich der Bedrängte als Vertreter der königlichen Zentralgewalt, dass der im bischöflichen Grundbesitz gelegene Besitzkomplex Bockwen mit Siebeneichen einschließlich des Plossens mit der Martinskapelle besitzrechtlich an das Nonnenkloster "Zum Heiligen Kreuz" bei Meißen übergeben wird. Das gesamte Freigut war das Vorwerk (später Rittergut) Siebeneichen, der Ort Bockwen hatte zu keiner Zeit ein Vorwerk. Als klösterlicher Besitz erscheinen nun Bockwen mit Siebeneichen nebst Plossen und Flur Lercha einschließlich Teilen des Triebischtales über Jahrhunderte; und selbst nach Einführen der Reformation im Herzogtum Sachsen 1539 bestehen noch gewisse klösterliche Besitzanspüche bis gegen 1544 fort.
Während des Reformationszeitalters ab 1539 kommen Bockwen und das Freigut Siebeneichen in den Besitz des Landadels, des Geschlechtes derer von Miltitz.