^ Nach oben

Pinkowitz

Erstmals erwähnt: 1350
Eingemeindet: 1937  (nach Gauernitz)

Wissenswertes aus Geschichte und Gegenwart

Linkselbische TälerPinkowitz liegt im Landschaftsschutzgebiet der "Linkselbischen Täler" zwischen Dresden und Meißen auf einer Höhe von circa 200 m. Das tiefeigeschnittene Regenbachtal und der stark gegliederte Eichhörnchengrund begrenzen beidseitig den Höhenzug, der bestimmt wird durch den Brotberg (214 m). Pinkowitz und die umliegenden Ortsteile befinden sich in einem sehr alten Kulturgebiet. Mit der Völkerwanderung des 4. und 5. Jahrhundert zogen auch die Semnonen mit nach Westen. Ihnen folgten von der Niederlausitz, ihrem Kulturmittelpunkt, die Wenden, die zu der größeren slawischen Völkerschaft der Sorben gehörten. Von den Wenden ließen sich hier zwei berühmte Stämme nieder, die Nisaner und die Daleminzier. Ihre wesentliche Grenzscheide links der Elbe war das Tal "der wilden Sau". Hier haben sie vom 6. bis zum 10. Jahrhundert gewohnt. Das Gräberfeld zu Gauernitz, welches 1871 bei der Erschließung der Ziegelei aufgedeckt wurde und eine Anzahl Gerippe, Schädel und Urnen enthielt, bestätigt diese Annahme.
Im 10. Jahrhundert drangen die Germanen von Westen wieder nach Osten vor und haben drei Jahrhunderte lang die Slaven bekämpft, unterworfen, christianisiert und germanisiert.
Mit Einführung des Christentums verloren die alten Burgwarte ihre Bedeutung und kamen an geistliche und weltliche Herren: Brienitz und Pesterwitz an das Hochstift Meißen, Woz 1271 an die Familie Miltitz.
Aus dem 30jährigen Krieg stammen die mehrfach erwähnten "wüsten Güter" in Pinkowitz und die "wüsten Baustellen" in Constappel, welche später der Kirche gegen Erbzins des Pfarrers und Lehrers geschenkt wurden.
Mitten in den Kriegswirren hatte man 1630 das "Augsburger Konsessionsjubiläum" gefeiert. Sächsische Verfassung von 18311645 begannen die Friedensverhandlungen im Gasthof zu Cossebaude zwischen den Schweden und den kurfürstlichen Sachsen von Dresden.
Nach einer 100 jährigen friedlichen Zeit brachten die Schlesischen Kriege, speziell der Siebenjährige Krieg, der Parochie manche schwere Auflage (Einquartierungen, Vorspanndienste und Abgaben).
1761 lieferten sich die feindlichen Truppen auf den hiesigen Elbtalhöhen bereits kleinere Gefechte und Überfälle. Im Juni 1762 zogen die kaiserlichen Truppen mit 15 000 Mann unter dem Prinzen von Nassau-Zweibrücken auf den rechtsseitigen Saubachtalhöhen in die Schlacht gegen die Preussen.
Die Bauernunruhen um 1790 verliefen in unserer Gegend sehr friedlich, Grund dafür waren die recht günstigen Lehnsverhältnisse. Aus der Zeit der Napoleonischen Freiheitskriege von 1806 bis 1815 sind kaum Überlieferungen bekannt. Die linkselbischen Täler wurden von Kämpfen verschont.
Nach den Befreiungskriegen erwachte auch in Sachsen die nationale Begeisterung. Sachsen erhält 1831 eine neue Verfassung, in der die Abschaffung der feudalen Lasten verfügt wird.Die Pinkowitzer Güter wurden eigenständiger, Graf von Schönburg mußte den Zins senken. Den Bauern wurde dadurch die Möglichkeit gegeben, die technischen Errungenshaften des 19. Jahrhundert auch in der Landwirtschaft zu nutzen.
_______________________________________________________________________________________________________
"Das goldene Pinkowitz", wie es einst genannt wurde, verdankt diesen Namen nicht nur seiner Fruchtbarkeit und der herrlichen Lage wegen, sondern auch der historischen Gutshöfe, der großen Zahl alter ehemaliger Wassermühlen und natürlich nicht zuletzt Weinanbau.

Sanierung von Pinkowitz

Eigentlich sollte alles anders kommen, als es heute ist. Von einem "Großinvestor" war geplant, auf den Fluren von Pinkowitz ein pompöses Feriendorf zu errichten, damit wären einige der historischen Gebäude geopfert worden und ein schwerer Einschnitt in das Landschaftsschutzgebiet erfolgt!
Ende 1995 veränderte sich die Situation grundlegend. Das beschriebene Millionen-Vorhaben scheiterte, den Neubeginn schaffte eine Gemeindschaft mutiger Investoren. Sie bewahrten die alten Höfe vor dem restlosen Verfall. Mitte der neunziger Jahre begannen die Arbeiten, zunächst mit dem Vierseithof und etwas später mit dem Dreiseithof. Der Zustand aller Gebäude war mehr als beklagenswert. Nach erfolgreicher Rekonstruktion bildet der wiedererstandene Vierseithof eine harmonische Einheit mit der Landschaft. Frühling in PinkowitzFrühling in Pinkowitz